Häufig gestellte Fragen

Welcher Leseplan ist für mich geeignet?

Bibelleseplan kompakt (bisher Bibelleseplan zum Einstieg ins Bibellesen)

Der ÖAB-Bibelleseplan kompakt richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, die in abwechslungsreichen und überschaubaren Leseportionen mit dem regelmäßigen Bibellesen beginnen wollen. Der Plan führt in vier Jahren durch das Neue Testament und durch eine Auswahl der wichtigsten Texte aus dem Alten Testament. Der Einstieg in den Leseplan ist jederzeit möglich.


Bibelleseplan

Der ÖAB-Bibelleseplan richtet sich an Bibelleser, die in täglichen überschaubaren Leseportionen systematisch die ganze Bibel kennenlernen wollen. Der Plan führt in vier Jahren einmal durch das Neue Testament und in acht Jahren einmal durch die ganze Bibel. Der Einstieg in den Leseplan ist jederzeit möglich.


Lücken im Bibelleseplan

Aus praktischen Gründen überspringt der ÖAB-Bibelleseplan bei der Lektüre des Alten Testaments zuweilen das eine oder andere Kapitel. Die enorme Textmenge des Alten Testaments erfordert es, eine möglichst sinnvolle und repräsentative Auswahl von Leseabschnitten zusammenzustellen, weil anders die Grundidee des ÖAB-Leseplans nicht verwirklicht werden könnte: Der Leseplan verfolgt das Ziel, die Bibelleserinnen und Bibelleser in überschaubaren täglichen Leseabschnitten alle vier Jahre einmal durch das Neue Testament und zugleich alle acht Jahre einmal durch sämtliche Bücher des Alten Testaments zu führen. Während das ganze Neue Testament ohne Schwierigkeiten im Turnus von vier Jahren im Leseplan Platz hat, ist der viel umfangreichere Text des Alten Testaments selbst im Turnus von acht Jahren nicht vollständig im Plan unterzubringen.


Texte aus den Apokryphen mit alternativer Lesereihe

Regelmäßig alle zwei bis drei Jahre kommen im Leseplan der ÖAB auch Abschnitte aus den sogenannten Apokryphen (Spätschriften des Alten Testaments) vor. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Erstens gehören diese Bücher nach der katholischen Tradition zum festen Bestand der christlichen Bibel – eine ökumenische Arbeitsgemeinschaft kann diese Tatsache nicht unberücksichtigt lassen – und zweitens sind sie ja auch nach evangelischem Verständnis »nützlich und gut zu lesen«, wie Martin Luther in der Überschrift zum Apokryphenteil seiner Bibel ausdrücklich betont hat. Den Mitgliedern der ÖAB ist freilich bewusst, dass für evangelische Bibelleserinnen und Bibelleser die Apokryphen nicht denselben Stellenwert haben wie die anderen biblischen Bücher. Deshalb wird im Leseplan der ÖAB als Alternative zu den apokryphen Texten stets auch eine parallele Lesereihe aus einem nicht-apokryphen Buch angeboten. Den einzelnen Verlagen, von denen Bibellesepläne, Kalender und Losungsbüchlein verbreitet werden, ist es freigestellt, wie sie mit diesem parallelen Lesevorschlag umgehen wollen: Manche drucken nur die Apokryphen-Lesereihe, andere nur die alternative Lesereihe und wieder andere bieten beide Vorschläge parallel zur Auswahl an.


Warum lesen wir an Sonntagen Psalmen?

An den Sonn- und Festtagen bietet der ÖAB-Leseplan eine Psalmenreihe an, die sich um die vollständige Lesung der Psalmen in jeweils vier Jahren bemüht. Verschiedene Gesichtspunkte sprechen dafür, die fortlaufende Bibellese jeweils am Sonntag zu unterbrechen, um einen Psalm zu lesen: Erstens ist dadurch im Bibelleseplan der Charakter des Sonntags als Unterbrechung des Alltags hervorgehoben. Zweitens kann auf diese Weise der ganze Psalter gelesen werden, ohne dass es zu einer möglicherweise ermüdenden Häufung von Psalmen im Leseplan kommt und zugleich ist der Psalter doch übers ganze Jahr im Leseplan präsent. Schließlich lehnt sich die sonntägliche Psalmlesung auch an die Praxis der Wochenpsalmen an. Während die Reihe der Wochenpsalmen jedoch nur bestimmte ausgewählte Psalmen enthält, umfasst der ÖAB-Plan alle Psalmen. Deshalb stimmt die sonntägliche Psalmlesung nur gelegentlich mit dem betreffenden Wochenpsalm überein; allerdings erscheinen diejenigen Psalmen in der ÖAB-Psalmenreihe eines Jahres, die zu den Wochenpsalmen gehören, auch im ÖAB-Plan am betreffenden Sonntag. An Epiphanias sieht der Leseplan in der Regel keinen Psalm vor, damit die Reihe der Lesungen aus dem Evangelium für das betreffende Lesejahr nicht gleich am Anfang so oft unterbrochen ist. In der Karwoche und an Ostern werden keine Psalmen gelesen, weil der Leseplan hier stets die Passions- und Ostergeschichte in den Mittelpunkt stellt.


Rachepsalmen

In vielen Psalmen mündet eine Klage in die Erwartung oder die Bitte, Gott möge den Feinden das Unrecht vergelten, das sie dem Beter zugefügt haben. Zuweilen (beispielsweise in Ps 58 und Ps 137) kommen solche Gedanken der Rache und Vergeltung in befremdlicher Heftigkeit und Grausamkeit zum Ausdruck. Die ÖAB ist der Auffassung, dass solche schwierigen Passagen nicht einfach ausgelassen werden sollten, sondern eher der Frage nachzugehen ist, wie sie zu verstehen sind. Dazu einige Hinweise: Hinter den Vergeltungs- und Rachewünschen der Psalmen stehen Menschen, die sich in äußerst bedrohlicher Lage befinden, weil ihnen durch andere großes Unrecht zugefügt wird. Im Schrei nach Rache und Vergeltung brechen ohnmächtige Wut, Enttäuschung und Verzweiflung hervor und verschaffen sich einen sprachlichen Ausdruck. Entscheidend ist die Einsicht, dass das Motiv hinter den Rachewünschen nicht in persönlicher Rachsucht besteht, sondern in dem verzweifelten Wunsch, dass Gott das Recht wiederherstellen möge. Der Schrei nach Rache in den Psalmen ist also ein Schrei nach Gerechtigkeit, die nach damaliger Auffassung nur als ein Ausgleich zu Lebzeiten vorstellbar war, d.h. als konkrete und daher in der Regel gewaltsame Überwindung der »Feinde«. Indem jedoch der Vollzug der Rache von Gott erwartet wird, sind paradoxerweise gerade die Vergeltungs- und Rachewünsche letzten Endes nichts anderes als ein Verzicht auf persönliche Rache, ganz im Sinn von Römer 12,19: »Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose/Deuteronomium 32,35): ›Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.‹«